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Pflegeschwerpunkt Demenz

Einer der Schwerpunkte unserer Arbeit, ist die Betreuung von demenziell veränderten Menschen. Hier sehen Sie exemplarisch, wie wir dabei vorgehen.

Füllgrafik 1. Informationssammlung Füllgrafik
6. Evaluation / Bewertung Füllgrafik 2. Probleme und Bedürfnisse erkennen
5. Durchführung der Maßnahmen Füllgrafik 3. Definition von Zielen
4. Planung Füllgrafik

1. Informationssammlung

Vor Einzug eines Bewohners:
  • Anamnese: Analyse der Gründe,die zur Heimaufnahme führen
  • Biographiearbeit
  • Milieuanalyse: Hausbesuch und Beginn der Milieutherapie
Nach Evaluation:
  • Abgleich der Erkenntnisse mit vorhandenen Daten
  • Dokumentation neuer Erkenntnisse
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Fall Beispiel
Die Angehörigen von Frau M. stellten zunehmend Verwirrtheitszustände bei Frau M. fest. Sie wollte mehrfach scheinbar grundlos von zuhause weglaufen. Sie erkannte ihre Wohnung nicht wieder und gefährdete sich zuhause auf verschiedene Arten selbst. Vor Einzug bei uns wurde von den Angehörigen ein Lebenslauf angefertigt. Die Mutter von drei Kindern ist seit 40 Jahren Witwe und bestritt ihren Lebensunterhalt früher mit einem eigenen Friseursalon. Entsprechend der Eindrücke eines Hausbesuchs wurde das Einzelzimmer vor dem Einzug mit eigenen Möbeln und selbstgeknüpften Bildern eingerichtet.

2. Probleme und Bedürfnisse erkennen

  • Problemanalyse mittels Befragung des Bewohners und der Angehörigen sowie Auswertung von ärztlichen Berichten
  • Bedürfniserkennung mittels Befragung und Auswertung der Biographie und der Milieuanalyse
  • Ressourcenermittlung mittels Befragung und Beobachtung
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Fall Beispiel
In den ersten Tagen wurden die Schwierigkeiten und die Ressourcen von Frau M. erhoben. Sie zeigte eine starke Weglauftendenz. Ihre beruflichen Fähigkeiten waren noch vorhanden. Sie zeigte sich als engagierte Familienfrau, die "Arbeit" braucht. Sie machte sich gerne nützlich, mochte gesellige Runden und Feste und unterhielt sich gerne mit den anderen Bewohnern, den Mitarbeitern und Besuchern. Sie zeigte auch deutlich, dass sie gerne ihr eigener Herr ist. Tischspiele mochte sie nicht.

3. Definition von Zielen

Festlegung von Zielen unter Berücksichtigung der individuellen Probleme, Bedürfnisse und Ressourcen sowie der vorhandenen Kapazitäten im Bereich Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft. Die Ziele müssen realistisch, erreichbar und überprüfbar sein.
Typische Ziele bei demenziell veränderten Bewohnern:
  • Reduktion bestehender Psychopharmaka
  • Reduktion einer Weglauftendenz
  • Erhöhung der Teilnahme am Gemeinschaftsleben
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Fall Beispiel
Als Ziele wurden definiert, die Weglauftendenz abzuschwächen und in Kooperation mit dem behandelnden Arzt eine Reduktion der Psychopharmaka zu erreichen. Frau M. sollte sich gebraucht und nützlich fühlen und ihre Bedürfnisse so weit als möglich ausleben.

4. Planung

Erstellung eines Maßnahmenplans, mit dem die Ziele erreicht werden sollen. Typische Maßnahmen bei demenziell veränderten Personen:
  • Tagesstrukturierung
  • Basale Stimulation
  • Validation
  • Snoezelenelemente
  • Ergotherapeutische Elemente
  • Integratives Betreuungskonzept
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Fall Beispiel
Damit die Ziele erreicht werden konnten, sollte versucht werden die beruflichen Fähigkeiten von Frau M. zu nutzen. Es sollte erreicht werden, dass Frau M. andere Bewohner frisiert, um Selbstbestätigung zu erhalten und Anerkennung von den anderen Bewohnern. In Unruhephasen sollten die Mitarbeiter das vorherrschende Gefühl (Angst, Kummer usw.) erfassen und direkt ansprechen. Frau M. sollte bei kleineren hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (Tische decken usw.) eingebunden werden. Um eine Eigengefährdung aus der Weglauftendenz zu vermeiden wurde in Absprache mit den Angehörigen eine richterliche Anordnung erwirkt, die den Einsatz eines elektrischen Weglauf-Meldesystems ermöglicht.

5. Durchführung der Maßnahmen

  • Die Verantwortung für die Durchführung der Maßnahmen ist klar geregelt
  • Es wird sicher gestellt, dass die beteiligten Mitarbeiter Kenntnis über die Art und Ausführungs bestimmungen der Maßnahmen haben
  • Die Durchführung der Maßnahmen wird dokumentiert
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Fall Beispiel
Die geplanten Maßnahmen wurden mit den Mitarbeitern in den Bereichen Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft besprochen und umgesetzt.

6. Evaluation / Bewertung

Tätigkeiten & Hilfsmittel:
  • Überprüfung der Zielerreichung
  • Prüfung der Durchführungsqualität der Maßnahmen
  • Bewertung der Wirkung der durchgeführten Maßnahmen
  • Ursachenforschung für bestehende Mängel
  • Pflegevisite
  • Fallsupervision
  • Besprechung mit Angehörigen
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Fall Beispiel
Die Evaluation führte zu dem erfreulichen Ergebnis, dass die Einnahme von Psychopharmaka reduziert werden konnte. Frau M. zeigte kaum noch eine Tendenz zum Weglaufen. Sie frisierte hin wieder andere Bewohner und half auch regelmäßig im hauswirtschaftlichen Bereich.
Im Evaluationsgespräch mit den Angehörigen erfuhren wir zusätzlich, dass Frau M. früher gerne mit dem Auto gefahren ist. In Unruhephasen nehmen wir sie zu kleineren Besorgungen mit oder fahren mit dem Auto eine kleine Runde spazieren. Danach freut sie sich immer, in den Spiegelhof zurück zu kommen.